Die Entstehung von Bernstein

Die Entstehung von Bernstein

Vor über 40 Millionen Jahren gab es einen Kontinent, der heute Fennoskandia heißt.  Gleichzeitig wurden die Gebiete einiger der heutigen polnischen Länder vom flachen Meer bedeckt. Die Vegetation, die früher in Fennoskandia wuchs, wird "Bernsteinwald" genannt.

Auf diesem alten Kontinent herrschte ein warmes und feuchtes tropisches Klima, das das ganze Jahr über die Entwicklung von Pflanzen begünstigte. Im "Bernsteinwald" gab es also keinen Wechsel der Jahreszeiten. In den höheren Teilen der fennoskandischen Berge wuchsen hauptsächlich Nadelbäume, darunter Tannen, Fichten, Lärchen, Zypressen und Thuyashes, sowie seltene oder noch nie dagewesene Mammutbäume, Kiefern oder Zedernholz. In den unteren Teilen wuchsen jedoch Kiefern, Palmen und Eichen. Das Harz der im Bernsteinwald wachsenden Bäume wurde später zu baltischem Bernstein. Leider ist es noch immer nicht möglich, den Stammbaum eindeutig zu identifizieren.

Die Entstehung des baltischen Bernsteins

Die Bäume aus dem Eozän verharzten mit großer Intensität, wahrscheinlich aufgrund von Vulkanausbrüchen. Starke Harze wurden auch mit hoher Luftverschmutzung in Verbindung gebracht. Das Harz floss an Stellen aus, an denen die Bäume beschädigt wurden, und schützte sie gleichzeitig vor den schädlichen Auswirkungen der Atmosphäre. Das Harz der bernsteinfarbenen Bäume sammelte sich im Inneren der Stämme, an Stellen von Gewebeschäden, in Form von großen Spalten und auch direkt unter der Rinde. Das aus dem Stamm austretende Harz wurde in Form von so genannten äußeren Infiltrationen (Tropfen und Eiszapfen) eingefroren.

Das Harz, das an den Stämmen herunterfließt, gelangte in kleine Pflanzenstücke und Waldbettungen sowie in Insekten und kleine Tiere, die zu dieser Zeit auf der Erde lebten. Das klebrige Harz, das aus Bäumen austritt, wurde zu einer Falle für Insekten, Spinnentiere oder Schwaden und sehr selten für größere Tiere wie Eidechsen.  Damals gab es noch keinen Menschen auf unserem Planeten, aber die meisten Dinosaurier waren ausgestorben. Dies war auf den intensiven Klimawandel und Vulkanausbrüche zurückzuführen. Die Zeit, in der der Bernstein geboren wurde, ist daher eine Periode großer Veränderungen in der Erdgeschichte. In den Stämmen der bernsteinwachsenden Bäume, die infolge dieser Turbulenzen umgestürzt wurden, befand sich Harz, das beim Eintritt in die Erde die ursprünglichen Ablagerungen des baltischen Bernsteins bildete, der in der Wissenschaft als Bernstein bezeichnet wird.

Der Mutterbaum des baltischen Bernsteinharzes

Über den Mutterbaum des baltischen Bernsteinharzes gibt es bisher viele Theorien. Seit dem neunzehnten Jahrhundert ist die Pflanze der Kiefernfamilie (Pinus Succinifera) die am häufigsten erwähnte. Heutzutage befürworten jedoch viele Forscher die Theorie der kanadischen Wissenschaftler, die die Bildung von Bernstein mit der Lärche (Pseudolarix Wehri) in Verbindung bringen. Noch wahrer scheint die Hypothese zu sein, dass der Mutterbaum des baltischen Bernsteins ein ausgestorbener Baum der Kiefernfamilie (Sciadopityaceae) war, der der modernen japanischen Kiefer (Sciadopitys) nahe steht. Dies wird durch umfassende physikalisch-chemische Forschung, einschließlich Infrarot-Absorptionsspektroskopie und morphologische Analysen, angezeigt. Zu letzteren gehören zum Beispiel das Vorhandensein von Nadeln und Zapfen unter den Einschlüssen im Bernstein sowie das Auftreten von Kortikalisabdrücken in subkortikalen und interkostalen Klumpen, die eher an Kiefern als an Kiefernholz erinnern.

Baltischer Bernstein ist ein Harz, das aus alten Nadelbäumen ausgetreten ist. Deshalb riecht der verbrannte Bernstein nach Wald. Jeder Klumpen des baltischen Bernsteins ist etwa 40 Millionen Jahre alt und hat in der Geschichte unseres Planeten viele Veränderungen erlebt!

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